Bezirks-Musik-Tage für Akkordeonisten und Diatoniker in Hagnau
vom 22. bis 23. Oktober 2005
.
Seit über 40 Jahren ist
das Akkordeonorchester Oschersleben Bestandteil der musikalischen
Kulturszene des Bördekreises. Immer wieder konnten die Spieler des
Ensembles bei Orchester-Wettbewerben ihre Leistungen unter Beweis
stellen.
Auf dem „International Music Festival 2004“ in Innsbruck – einem
Wettbewerb, an dem mehr als 300 Orchester und Spielgruppen aus allen
Kontinenten teilnahmen - konnte das Akkordeonorchester aus dem
Bördekreis beispielsweise den ersten Platz in der Kategorie Oberstufe
erreichen. Eine internationale Jury bescheinigte den 15 Spieler
hervorragende Beherrschung der Instrumente und eine herausragende
Musikalität.
Diesen Anspruch wollte das Orchester auch in diesem Jahr gerecht werden.
Der national ausgeschriebene Wettbewerb für Akkordeonorchester in Hagnau
am Bodensee kam hier gerade recht. Ein neues 15minütiges
Wettbewerbsprogramm wurde erarbeitet, um es der hochkarätigen Jury und
dem baden-württembergischen Publikum vorzustellen.
Es sollte auch ein ganz besonderer Wettbewerb werden – zum ersten Mal
würde auch das Jugendakkordeonorchester der Musikschule mit dabei sein.
Die jungen Schüler unter der Leitung von Bernd Hohmann hatten ein
7minütiges Programm vorzubreiten, welches sie am Samstag gegen 18.00 Uhr
zu präsentieren hatten. Wie fleißig das Jugendorchester probte, konnte
man beobachten, wenn man einen Blick hinter die Kulissen des extra
angesetzten Übungslagers in Eggenstedt sehen durfte.
Am Samstag morgen - das Jugendorchester war schon am Freitag abgereist -
brach man also auf, 750km gen Süden und erreichte abends den
Auftrittsort. So kamen die „Großen“ gerade noch pünktlich, um nicht das
Wertungsspiel der Jüngeren zu verpassen. Daumen wurden gedrückt und nach
7 Minuten tosender Applaus und viel Lob für das Nachwuchsorchester und
seinen Leiter Bernd Hohmann. Der Tag wurde mit einer abendlichen Probe
beendet, auf der Orchesterleiterin Kerstin Radke die letzten Anweisungen
gab. Als am späten Abend noch die Ergebnisse des Tages bekannt gegeben
wurden, ging der Tag perfekt zu Ende: Das Jugendakkordeonorchester
Oschersleben hatte mit einer Punktzahl von 44 Punkten den ersten Platz
in der Kategorie „Jugendorchester Oberstufe“ gewonnen!!!
Zu einer für Konzertmusik ungewöhnlichen Zeit, nämlich sonntags ab 9.00
Uhr morgens begannen die Wertungsspiele der Orchester aus der Kategorien
Hauptstufe und Oberstufe.
Um 9.45 Uhr betraten die 13 Orchestermitglieder aus Oschersleben mit
ihrer Dirigentin die Bühne. Das Wettbewerbsprogramm bestand in diesem
Jahr aus der „Irischen Suite“ - einer Originalkomposition für
Akkordeonorchester von Matyas Seiber – sowie einem modernen
argentinischen Tango von Astor Piazzolla. „Das Prädikat „ausgezeichnet“
wollten wir erreichen, dazu sind wenigsten 31 Punkte von der Jury
notwendig...“, sagte Jens Bittner vor der Abfahrt auf die Frage nach den
Erwartungen beim Wettbewerb.
Die Aufregung beim Betreten der Bühne war den Akkordeonisten anzusehen.
„Die Aufregung ist aber wichtig, mit Herzklopfen spielt es sich besser“,
so Fabian Stankewitz aus Gröningen, der seit 7 Jahren im Orchester dabei
ist.
Und offenbar war genügend Herzklopfen dabei. Applaus vom Publikum und
ein Lächeln der Jury beruhigten nach dem Schlussakkord die Nerven der
Spieler. Als Orchesterleiterin Kerstin Radke und Jens Bittner, Arrangeur
der Werke im anschließenden Jury Gespräch nur Kritiken zu kleinen
musikalischen Details zu hören bekam, konnte man umso mehr zufrieden
sein.
Zwei Stunden später die Siegerehrung der Kategorien Haupt- und Oberstufe
– hier wurde nun endlich die von der Jury vergebene Punktzahl bekannt
gegeben. Und aus dieser Punktzahl ergibt sich dann auch die Platzierung.
Wieder aufgeregte Orchestermitglieder – nur dass das Herzklopfen hier
eigentlich nichts mehr hätte ändern können. Andere Orchester wurden
aufgerufen: 32 Punkte für ein bayrisches Orchester der Hauptstufe, 44
der maximal 50 erreichbaren Punkte für ein anderes Orchester, damit
Platz zwei.
Akkordeonorchester Oschersleben: 49 Punkte – Platz eins!!
Freudestrahlend durfte Dirigentin Kerstin Radke den Pokal in Empfang
nehmen. Dazu wurden alle Spieler mit der Medaille des Deutschen
Harmonikaverbandes geehrt.
14 zufriedene Orchestermitglieder traten die Heimreise an. Natürlich
schon mit neuen Zielen und musikalischen Ideen im Kopf...